
| XXIX. Olympische Sommerspiele | |
|---|---|
| Teilnehmende Mannschaften | 204 |
| Teilnehmende Athleten | 11.126[1] |
| Wettbewerbe | 302 in 28 Sportarten |
| Eröffnung | 8. August 2008 |
| Schlussfeier | 24. August 2008 |
| Eröffnet durch | Hu Jintao (Staatspräsident der Volksrepublik China) |
| Olympischer Eid | Zhang Yining (Sportlerin) Huang Liping (Kampfrichter) |
| Olympische Fackel | Li Ning |
| Medaillenspiegel (nach allen 302 Wettbewerben) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Platz | Land | G | S | B | Gesamt |
| 1 | 51 | 21 | 28 | 100 | |
| 2 | 36 | 38 | 36 | 110 | |
| 3 | 23 | 21 | 28 | 72 | |
| 4 | 19 | 13 | 15 | 47 | |
| 5 | 16 | 10 | 15 | 41 | |
| 6 | 14 | 15 | 17 | 46 | |
| 7 | SudkoreaBild:Flag of South Korea (bordered).svg Südkorea | 13 | 10 | 8 | 31 |
| 8 | 9 | 6 | 10 | 25 | |
| 9 | 8 | 10 | 10 | 28 | |
| 10 | 7 | 16 | 17 | 40 | |
| … | |||||
| 35 | 2 | — | 4 | 6 | |
| … | |||||
| 62 | Osterreich |
— | 1 | 2 | 3 |
| Vollständiger Medaillenspiegel
Bearbeiten
|
|||||
Die Olympischen Sommerspiele 2008 (offiziell Spiele der XXIX. Olympiade genannt) wurden vom 8. August bis zum 24. August 2008 hauptsächlich in der chinesischen Hauptstadt Peking ausgetragen. Es waren die ersten Olympischen Sommerspiele, die in China stattfanden. Den Zuschlag des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) erhielt Peking am 13. Juli 2001.
Etwa 11.100 Sportler traten in den 302 Wettbewerben aus 28 Sportarten an, womit ein Wettbewerb mehr als bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen auf dem Programm stand. 37 Wettkampfstätten wurden für die Austragung der Veranstaltungen benutzt. Ein Teil von ihnen befindet sich außerhalb Pekings, so in Qingdao (Segeln), Qinhuangdao, Shanghai, Shenyang und Tianjin (alle Fußball). Neben dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) der Volksrepublik China war das Nationale Olympische Komitee Hongkongs Mitausrichter, da dort die Reitsportwettkämpfe stattfanden.
Inhaltsverzeichnis |
Insgesamt bewarben sich zehn Städte um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2008: Bangkok, Havanna, Kairo, Kuala Lumpur, Sevilla, Ōsaka, Toronto, Paris, Istanbul und der Favorit Peking. Die letzten fünf ließ das IOC zur Wahl des Austragungsortes zu – wobei nur Paris, Toronto und Peking Chancen auf den Erhalt der Spiele zugestanden und Istanbul und Ōsaka als Außenseiter angesehen wurden.
Paris bewarb sich um die Austragung der dritten Olympischen Sommerspiele nach 1900 und 1924. Geplant waren Ausgaben in Höhe von 2,3 Milliarden Euro für die Infrastruktur und 2,2 Milliarden Euro für die Organisation. Die Zustimmung zur Bewerbung war in der französischen Bevölkerung und Politik groß. Dabei wurde versucht, sich gegenüber dem Favoriten Peking vor allem durch ethische Fragen abzusetzen. So gäbe es in Frankreich keine Menschenrechtsverletzungen und keine gravierenden Umweltprobleme. Als Olympiastadion sollte das Stade de France genutzt werden. Daneben sollten die Beachvolleyball-Spiele unter dem Eiffelturm und die Reitwettbewerbe vor dem Invalidendom ausgetragen werden. Das Roland-Garros-Stadion wäre Austragungsort der Tenniswettbewerbe geworden.
Toronto warb mit der multikulturellen Gesellschaft Kanadas. Die Organisatoren gingen von Ausgaben in Höhe von 10,3 Milliarden Euro für Infrastruktur und 2,3 Milliarden Euro für die Organisation aus. Die Organisatoren versprachen Spiele der kurzen Wege, da 25 von 28 Sportstätten innerhalb von 15 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein sollten. Außerdem strebten sie an, nach Calgary und Los Angeles die dritte Stadt zu werden, die einen Gewinn durch die Olympischen Spiele macht. Toronto wollte aus den Fehlern der Sommerspiele 1976 in Montreal lernen, das noch heute an der Verschuldung durch die Austragung der Spiele leidet.
Nach der gescheiterten Bewerbung von 1993 um die Austragung der Sommerspiele 2000, die Peking mit nur zwei Stimmen Unterschied gegen Sydney verloren hatte, bewarb sich die chinesische Hauptstadt zum zweiten Mal. Die geplanten Kosten betrugen 23 Milliarden Euro für die Infrastruktur und 3,6 Milliarden für die Organisation. Man bewarb sich mit einem im Norden Pekings geplanten Olympischen Dorf, in dem auch die meisten Sportanlagen liegen sollten, und Beachvolleyball-Wettbewerben auf dem Tiananmen-Platz. Daneben war schon der Weg des Olympischen Feuers geplant, der auch über den Himalaya führen sollte. Nach dem ersten Scheitern kam es zu radikalen Veränderungen in der Stadt. So wurden Fabriken in Hinterhöfen geschlossen, was zu besserer Luftqualität führen sollte, und alte, verwinkelte Stadtviertel umgestaltet. In der Stadt wurden Grünstreifen angelegt und moderne Hochhaussiedlungen errichtet. Die Bewerbung wurde von Kritik durch Menschenrechtler begleitet, da China die meisten Todesurteile weltweit vollstreckt. Im konkreten Zusammenhang mit den Spielen wurden Zwangsumsiedlungen befürchtet. Außerdem wurde kritisiert, dass mit dem vielen Geld besser Schulen und Krankenhäuser finanziert werden sollten. In den Wochen vor der Entscheidung über die Vergabe der Spiele in Moskau gab es viele Veranstaltungen zur Unterstützung der Bewerbung, die durch die Medien verbreitet wurden. 200.000 Schulkinder haben zum Beispiel ein 2.008 Meter langes Plakat gebastelt, das an der Chinesischen Mauer aufgehängt wurde.[2] Das europäische Parlament formulierte die Kritik der von ihm repräsentierten Länder in einer Entschließung.[3]
| Ergebnis der Wahl des Austragungsortes 2008 | |||
|---|---|---|---|
| Ort | Land | Runde 1 | Runde 2 |
| Peking | 44 | 56 | |
| Toronto | 20 | 22 | |
| Paris | 15 | 18 | |
| Istanbul | Turkei |
17 | 9 |
| Ōsaka | 6 | — | |
Peking setzte sich am 13. Juli 2001 auf der 112. IOC-Session in Moskau gegen Toronto, Paris, Istanbul und Ōsaka durch. Für die Beschreibung des politischen Umfeldes dieser Bewerber verwendete die IOC-Evaluierungs-Kommission in ihrem Evaluierungs-Bericht Begriffe, die üblicherweise für die Beschreibung von Regierungs- und Staatsformen verwendet werden. Abweichend davon übernahm die Kommission für Peking mit „funktionierend für China“ („working for China“) eine chinesische Selbstbeschreibung des politischen Systems. Weiterhin meinte die Kommission zu China: „Die allgemeine Präsenz starker Kontrolle und Unterstützung durch die Regierung ist gesund…“ („The overall presence of strong governmental control and support is healthy…“).[4]
Die Vergabe der Olympischen Spiele nach Peking war nicht der erste Fall, in dem die Entscheidung des IOCs zu politischen Kontroversen führte. Weitere Beispiele sind Berlin (1936), Mexiko-Stadt (1968), Moskau (1980), Los Angeles (1984) und Seoul (1988). Die Entscheidung für Peking fiel deutlicher aus und kam rascher als erwartet. Vor der Abstimmung stellte sich jeder Bewerber mit einer 45-minütigen Präsentation vor und warb um Stimmen. Der Favorit Peking setzte sich nach zwei Wahlgängen durch. Bei der Wahl des Austragungsortes der Sommerspiele 2000 waren vier Wahlen nötig, und bei den Sommerspielen 2004 stand der Sieger nach fünf Wahlgängen fest. Nachdem die Spiele an Peking vergeben wurden, erklärte am 17. Juli 2001 der stellvertretende Ministerpräsident Li Lanqing: „Der Gewinn der olympischen Bewerbung für 2008 ist ein Beispiel für die internationale Anerkennung der sozialen Stabilität Chinas, des wirtschaftlichen Fortschritts und des gesunden Lebens des chinesischen Volkes.“[5]
Die Volksrepublik China investierte 40 Milliarden Dollar in Sportstätten und Infrastrukturprojekte. Diese wurden von rund 30.000 Arbeitern realisiert. Zwar gingen die Organisatoren davon aus, dass alle Sportstätten spätestens Ende 2007 fertig gestellt sein würden, jedoch musste der Plan, bereits weit vor dem Beginn der Spiele fertig zu sein, wegen explodierender Kosten, Engpässen in der Stahlproduktion und technischer Probleme aufgegeben werden. Für den Bau der Olympiastätten wurden 3.000 Familien zwangsumgesiedelt, was rund 155 Millionen Euro kostete.[6] Die in Genf tätige Organisation COHRE (Centre on Housing Rights and Evictions) befürchtet, dass 1,5 Millionen Einwohner wegen der Olympischen Spiele zwangsumgesiedelt wurden. Das Organisationskomitee und das chinesische Außenministerium entgegneten darauf, nur 6.037 Personen seien von Umsiedlungen betroffen.[7] Nach anderen Angaben sind bis Mai 2005 nicht weniger als 300.000 Einwohner umgesiedelt worden.
Am 10. April 2006 gab die Pekinger Stadtverwaltung bekannt, dass im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele 2008 mehr als 70 lokale Gesetze und Verordnungen erlassen werden, um nicht erwünschte Personen von der Stadt fernzuhalten. Betroffen sind Einwohner ohne eine Wohnberechtigung für Peking, Wanderarbeiter, Bettler und Menschen mit geistigen Behinderungen. Die Grenzkontrollen und die Überwachung von Nichtregierungsorganisationen sollen verschärft sowie sämtliche Proteste verboten werden. Die Einwohner Pekings werden dazu aufgerufen, während der Spiele zu Hause zu bleiben. Außerdem sollen Personen, die regimekritisch auffallen, strafrechtlich stärker verfolgt werden.[8] Zahlreiche Personen, die gegen die Umsiedlungen protestierten, sind von der Pekinger Polizei verhaftet worden.[9]
Die Pekinger Stadtverwaltung hat neue Verhaltensregeln erlassen, welche die Polizeibeamten zu einem besseren Benehmen bewegen sollen. In Umlauf gebrachte Broschüren fordern die Beamten auf, weniger zu fluchen, ihr arrogantes Verhalten aufzugeben und keine Personen zu ignorieren, die ein Verbrechen melden wollen. Verstöße sollen bestraft werden. Die Behörden erhoffen sich bis zum Beginn der Spiele ein besseres Image.[10]
Das Olympische Dorf ist am nördlichen Ende einer Achse angesiedelt, die in Nord-Süd-Richtung durch Peking verläuft und an der unter anderem der Platz des himmlischen Friedens und die Verbotene Stadt liegen. Die runde Struktur des Nationalstadions und die eckige Form des Nationalen Schwimmzentrums, die an beiden Seiten dieser Achsen liegen, sind weitere Elemente der architektonischen Symbolik.[11]
Neubauten in Peking
Bestehende Anlagen in Peking
Temporäre Anlagen in Peking
Anlagen außerhalb Pekings
Das Logo der Olympischen Sommerspiele 2008 trägt die Bezeichnung „Tanzendes Peking“. Es ist einem chinesischen Siegel nachempfunden und zeigt vor einem roten Hintergrund das kalligraphische Schriftzeichen 京, jing („Hauptstadt“ aus 北京, Bei-jing), das der Form eines Athleten nachempfunden ist. Die geöffneten Arme des Sportlers sollen die Einladung Pekings an die Welt symbolisieren.
Die fünf offiziellen Maskottchen der Spiele sind die Fuwa (福娃, wörtlich „Kinder des Glücks“), bestehend aus dem Fisch Bèibèi (贝贝), dem Großen Panda Jīngjīng (晶晶), der olympischen Fackel Huānhuān (歡歡 / 欢欢), dem Tschiru Yíngyíng (迎迎) und der Schwalbe Nini (妮妮). Sie wurden am 11. November 2005, genau 1000 Tage vor der Eröffnung der Spiele, der Öffentlichkeit vorgestellt und repräsentieren die Sportfelder Schwimmen, Kampf- und Kraftsportarten, Ballsportarten, Turnen und Leichtathletik. Die Maskottchen symbolisieren aber auch die Elemente der Fünf-Elemente-Lehre des Daoismus: Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall. Außerdem entsprechen die Farben der Figuren denen der Olympischen Ringe.
Jeder der fünf Namen ist so gewählt, dass er einem plausiblen Namen für ein Kleinkind entspricht. Setzt man sie jedoch zusammen, tönen sie fast identisch wie der Satz 北京歡迎你 / 北京欢迎你, was so viel wie „Peking heißt Dich willkommen“ bedeutet. In Deutschland wird das Maskottchen unter dem Namen „Die Freundlichen Fünf“ vermarktet.[12]
„Eine Welt, ein Traum“ (chin. 同一個世界 同一個夢想 / 同一个世界 同一个梦想, Tóng Yíge Shìjiè Tóng Yíge Mèngxiǎng) ist das Motto der Sommerspiele 2008. Es wurde am 26. Juni 2005 vom Organisationskomitee bekanntgegeben.[13]
Am 26. April 2007 gab das Organisationskomitee die Route des Fackellaufs bekannt.[14] Der Lauf stand unter dem Motto „Reise der Harmonie“ und dauerte 130 Tage. Dabei wurde die Fackel über eine Distanz von 137.000 Kilometern getragen, womit der Fackellauf 2008 der längste der Geschichte war.
Das Olympische Feuer wurde am 24. März 2008 im griechischen Olympia entzündet.[15] Per Flugzeug wurde die Fackel nach Peking gebracht, wo sie am 31. März ankam. Ab Peking wurde die Fackel durch alle Kontinente außer der Antarktis getragen. Außerdem führte die Route entlang der antiken Seidenstraße, womit die Jahrtausende alten Verbindungen Chinas mit der übrigen Welt symbolisiert wurden.[16]
Die von einem Lenovo-Team entworfene Fackel wurde einer chinesischen Schriftrolle nachempfunden und verwendete ein traditionelles chinesisches Design, das als „Glückliche Wolke“ bekannt ist. Dieses nimmt Bezug auf die fünf Elemente, aus denen das Universum bestehe (Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde). Die Fackel musste so entworfen werden, dass die Flamme auch bei Winden von 65 Kilometern pro Stunde und Niederschlägen von 50 Millimetern pro Stunde weiter brennen konnte.
Wie seitens des Organisationskomitees angestrebt, wurde das Olympische Feuer am 8. Mai ohne Vorankündigung – der planmäßige Fackellauf durch die Stadt Shenzhen in der Provinz Guangdong wurde um einige Stunden verschoben – auf den Mount Everest, den höchsten Berg der Erde, getragen. Zu diesem Zweck hatten im Juni 2007 die Bauarbeiten an einer asphaltierten Straße vom Kreis Tingri im Regierungsbezirk Xigazê in Tibet zum Basislager am Mount Everest begonnen; die Baukosten hatten 19,7 Millionen Dollar betragen. Umweltschützer hatten zuvor Bedenken geäußert, die Straße könne das Gleichgewicht der fragilen Gebirgsregion beeinträchtigen, doch die Regierung hatte mögliche negative Konsequenzen verneint.[17] Die Aktion wurde live im chinesischen Staatsfernsehen übertragen. Die ursprünglichen Pläne sahen auch einen Besuch in Taiwan vor, doch die taiwanische Regierung lehnte dieses Vorhaben ab.[18]
Massive Proteste begleiteten sowohl den Auftakt des Fackellaufes in Griechenland als auch die Etappen in London und Paris. Wegen massiver Proteste gegen Menschenrechtsverletzungen in China und der chinesischen Reaktion auf die kurz zuvor ausgebrochenen Unruhen in Tibet, wurde der Fackellauf in Paris am 7. April von der Polizei unterbrochen. Die Fackel wurde dabei zwischenzeitlich mehrmals gelöscht und an der mitgeführten Laterne wieder entzündet.[19] In Paris kam es zu einem Eklat, als Demonstrierende eine chinesische Sportlerin im Rollstuhl angriffen. Daraufhin verfasste der französische Präsident Nicolas Sarkozy ein Entschuldigungsschreiben an die Rollstuhlfahrerin.[20]
Für den Fackellauf in San Francisco wurde die Route massiv geändert, um Protesten aus dem Weg zu gehen. Bei der Übergabe der Fackel an die von Coca-Cola nominierte Fackelläuferin Majora Carter kam es zu einem Eklat. Wenige Sekunden nach der Übergabe der Fackel zog die offizielle Läuferin eine tibetische Fahne aus dem Ärmel, um gegen Menschenrechtsverletzungen in Tibet zu protestieren. Innerhalb weniger Sekunden wurde ihr die Fahne von chinesischen paramilitärischen Sicherheitskräften entrissen. Gewaltsam wurde die Läuferin von Polizisten von der Route abgedrängt und die Fackel von einem anderen Läufer weitergetragen.[21]
Der Vorsitzende der japanischen nationalen Kommission für öffentliche Sicherheit kündigte an, dass Japan beim olympischen Fackellauf im eigenen Land keine chinesischen Sicherheitskräfte akzeptieren wird. Der geplante Ausgangspunkt der Route in Japan im Zenkō-ji in Nagano wurde von den örtlichen Priestern abgesagt.[22]
Aus Protest gegen chinesische Menschenrechtsverletzungen sagte auch die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai ihre Teilnahme am olympischen Fackellauf in Tansania ab. Diese Olympischen Spiele hätten keinen verbindenden Charakter mehr, sie entzweiten die Menschen, erklärte Maathai.[23]
Aus Trauer um die Erdbebenopfer in China wurde der Fackellauf vom 19. bis zum 22. Mai unterbrochen. Die Regierung verordnete am ersten Tag drei Schweigeminuten. Für die weiteren zwei waren Vergnügungsaktivitäten eingestellt und die Flaggen wurden landesweit auf Halbmast gesetzt.[24] Die Fackellaufroute wurde daraufhin geändert und die vom Erdbeben betroffene Provinz Sichuan erst Anfang August als letzte Station vor Peking besucht.[25]

Die Zahl von 202 teilnehmenden Nationen an den Olympischen Sommerspielen 2004 wurde in Peking übertroffen. Es nahmen 204 Nationen teil, da das IOC die Nationalen Olympischen Komitees der Marshallinseln und von Tuvalu anerkannt hatte.[26] Daneben starteten Serbien und Montenegro nach dem Unabhängigkeitsreferendum vom 21. Mai 2006 getrennt.[27] Südkorea und Nordkorea verhandelten über ein gemeinsames Team für die Olympischen Sommerspiele, nachdem sie schon mehrmals bei Eröffnungsfeiern gemeinsam einmarschiert waren.[28] Wegen Uneinigkeit bezüglich der Aufteilung der Quotenplätze kam jedoch keine Vereinbarung zustande.
Der Irak durfte – entgegen früherer Ankündigungen – an den Spielen teilnehmen.[29] Dieses allerdings nur mit zwei Leichtathleten, da für die restlichen fünf die Meldefristen für das Bogenschießen, Gewichtheben, Rudern und Judo bereits abgelaufen waren. Die irakische Regierung hatte mit einem Erlass vom 20. Mai 2008 die Auflösung des Nationalen Olympischen Komitees angeordnet. Dieser Eingriff in die Autonomie des nationalen Komitees führte Anfang Juni zur Suspendierung des irakischen NOKs durch das IOC. Am 29. Juli wurde entschieden, dass die Sportler doch teilnehmen dürfen.
Kurz vor Beginn der Spiele wurde die Mannschaft aus Brunei, die aus zwei Athleten bestanden hätte, durch das IOC ausgeschlossen. Das Nationale Olympische Komitee des Landes hatte die Meldefrist versäumt.[30]
Aufgrund der militärischen Auseinandersetzungen zwischen Georgien, Südossetien und Russland erwog Georgien am 9. August 2008, seine gesamte Delegation aus Peking zurückzuziehen.[31] Auf Bitten des georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili blieb das Team aber doch in China und nahm weiterhin an den Wettbewerben teil.[32]