Krippendorf


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Dieser Artikel behandelt das Dorf Krippendorf (bei Jena). Für den gleichnamigen Schweizer Tourismusforscher, siehe Jost Krippendorf
Wappen der Gemeinde Jena
Krippendorf
Stadt Jena
Koordinaten: 50° 59′ N, 11° 33′ O7Koordinaten: 50° 58′ 31″ N, 11° 33′ 1″ O
Fläche: 3,15 km²
Einwohner: 125 (31. Dez. 2006)
Eingemeindung: 1. Juli 1994

Krippendorf ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Jena in Thüringen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Krippendorf liegt auf der Ilm-Saale-Platte im nördlichen Stadtgebiet von Jena. Der Ort liegt am Oberlauf des Gönnabachs. Die Landstraße L 2301 verläuft durch den Ort und bindet ihn damit an die 2 km entfernte L 1060 an, die zwischen Jena und Apolda verläuft. Das Stadtzentrum liegt ca. 8,5 km entfernt. Nach Weimar sind es 17 km und zur Kreisstadt Apolda 8,5 km. Die nächtstgelegene Bundesstraße ist die B 7 3,5 km südwestlich und die nächste Autobahn die A 4 im Süden.

Benachbarte Jenaer Ortsteile sind Closewitz im Südosten, Lützeroda im Süden, Isserstedt im Südwesten sowie Vierzehnheiligen im Westen. Zudem schließt sich im Norden die Gemeinde Saaleplatte im Landkreis Weimarer Land mit dem Ortsteil Hermstedt und im Osten die Gemeinde Lehesten im Saale-Holzland-Kreis mit dem Ortsteil Altengönna an.

Landschaft

Die Krippendorfer Flur, welche geologisch größtenteils dem oberen Muschelkalk angehört, besteht im Norden und im Südwesten aus den fruchtbaren Hochflächen der Saale-Ilm-Platte mit wenigen flachen Einsenkungen wie das beginnende Gönnatal. Östlich, Richtung Altengönna und in der Nähe des Gönnabaches liegen Wiesen. Der südöstliche Teil der Gemarkung ist bewaldet. Im Südosten, an der Straße nach Closewitz liegt der Dornberg, welcher mit 383 m ü. NN die höchste Erhebung des Gebietes ist. Nordöstlich davon liegt im Wald ein kleines geschütztes Feuchtgebiet, der Serbetümpel.

Geschichte

Eine erste Siedlung ist wahrscheinlich in der Zeit des Frankenreiches entstanden. Darauf weist die Namensendung „dorf“ hin. Der Ortsname bedeutet so viel wie Einzelhof eines „Crepen“. Krippendorf wurde erstmals 1181 in einer Urkunde erwähnt, in der Kaiser Friedrich I. eine Schenkung bestätigt. Unter den Gütern wird Krippendorf genannt.

Während der Koalitionskriege fand in den Mittagsstunden des 13. Oktobers 1806 unmittelbar am Dorf die Entscheidungsschlacht zwischen den Truppen Napoleons und der preußischen Teilarmee unter Führung des Fürsten von Hohenlohe-Ingelfingen statt, die in die Geschichte als Schlacht bei Jena und Auerstedt einging. Alle umliegenden Orte wurden beschädigt und geplündert. Zur Erinnerung an dieses Ereignis wurden an den ehemaligen Schauplätzen zahlreiche Gedenksteine aufgestellt.

Im Jahr 1880 wütete ein Großfeuer in Krippendorf. Dabei wurden zahlreiche Höfe, die Kirche und die Schule beschädigt oder zerstört. Daraufhin wurde 1881 die Ortsfeuerwehr gegründet. 1912 wurde der Ort elektrifiziert und ein zentrales Wasserversorgungsnetz fertiggestellt. Im Zweiten Weltkrieg ließen neun Menschen aus Krippendorf ihr Leben, viele Umsiedler mussten im Ort untergebracht werden. Die erste LPG wurde 1958 gegründet.

Krippendorf bildete seit 1969 zusammen mit Vierzehnheiligen eine eigene Gemeinde, bis beide Orte 1994 nach Jena eingemeindet wurden.

Entwicklung der Einwohnerzahl

Jahr Einwohner[1] Häuser[1]
1755 112 42
1900 164 36
Jahr Einwohner[2]
1995 132
1996 139
1997 137
1998 134
1999 135
2000 132
Jahr Einwohner[2]
2001 131
2002 133
2003 128
2004 127
2005 127
2006 125

Kultur und Sehenswertes

Kirche

Die Krippendorfer Kirche, die in ihren Ursprüngen ein romanischer Bau ist, besteht aus dem Langhaus, an das sich ein rechteckiger Chorturm und ein Chor anschließen. Der obere Teil des Turmes ist achteckig ausgeführt und trägt eine Schweifkuppel mit Laterne. In der gotischen Zeit wurde der Chor umgestaltet, eine Nebenapsis vom romanischen Chor blieb am östlichen Ende des Schiffes erhalten. Das Maßwerk der Chorfenster ist in Kleeblattbögen und einem Vierpass gearbeitet. Die heutige innere und äußere Gestalt der Kirche ist das Ergebnis von Umbauarbeiten im 18. und 19. Jahrhundert. Im Inneren befinden sich Emporen, eine Orgel aus dem Jahr 1880 sowie ein Taufstein aus Alabaster mit der Jahreszahl 1630. An den Resten eines des Kreuzgratgewölbes im Chorturm sind noch Teile einer Rankenmalerei zu erkennen, die um 1500 ausgeführt wurde.[3]

Bockwindmühle

Nördlich von Krippendorf, nahe dem Weg nach Hermstedt stand eine historische Bockwindmühle, die im Frühjahr 2007 vom Orkan „Kyrill“ zerstört wurde. Sie soll demnächst wieder aufgebaut werden.

Die Mühle wurde in den Jahren von 1738 bis 1742 von vier Gemeinden erbaut. 1860 wird das Gebäude durch einen Brand stark beschädigt, sodass es mit Ersatzteilen von der Großbockedraer Windmühle neu errichtet werden muss. 1928 wird die Mühle in die Denkmalliste aufgenommen. Der Betrieb wurde 1976 eingestellt. Seit 1977 wurde die Bockwindmühle aufwendig restauriert, bis sie durch den Sturm einstürzte.

Seitdem werden Spenden für einen Wiederaufbau gesammelt.

Europaweg

Nördlich von Krippendorf, zwischen Vierzehnheiligen und der ehemaligen Bockwindmühle liegt der Europaweg. An diesem Feldweg wurden zwischen 2003 und 2006 Kirschbäume gepflanzt, die Personen oder Einrichtungen spendeten. Daneben wurden Tafeln mit Zitaten gesetzt. Das Anliegen des Europaweges ist es, ein Zeichen für ein friedliches Europa zu setzen.

Quellen

  1. a b 825 Jahre Krippendorf - Prospekt zur Jubiläumsfeier
  2. a b Statistik von jena.de
  3. kirchkreis-jena.de






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