Preăh Réachéanachâkr Kâmpŭchea |
|||||
|
|||||
| Amtssprache | Khmer | ||||
| Hauptstadt | Phnom Penh | ||||
| Staatsform | konstitutionelle Monarchie | ||||
| Staatsoberhaupt | König Norodom Sihamoni | ||||
| Regierungschef | Premierminister Hun Sen | ||||
| Fläche | 181.040 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 13.995.904 [1] | ||||
| Bevölkerungsdichte | 75,2 Einwohner pro km² | ||||
| BIP/Einwohner | 430 US-$ (2005) | ||||
| Währung | Riel (KHR), seit März 1980 | ||||
| Unabhängigkeit | von Frankreich am 9. November 1953 | ||||
| Nationalhymne | Nokoreach | ||||
| Nationalfeiertag | 9. November | ||||
| Zeitzone | UTC +7h | ||||
| Kfz-Kennzeichen | K | ||||
| Internet-TLD | .kh | ||||
| Telefonvorwahl | + 855 | ||||
Kambodscha (khmer: Kâmpŭchea) ist ein Staat in Südostasien am Golf von Thailand. Es grenzt an Thailand, Laos und Vietnam. Die Bevölkerung und das Land wurden durch den Vietnamkrieg und die Herrschaft der Roten Khmer schwer geschädigt.
Inhaltsverzeichnis |
Kambodscha liegt auf der Indochinesischen Halbinsel zwischen Laos, das an die Nordostgrenze des Landes stößt, Thailand, das nordwestlich und westlich angrenzt, und Vietnam, dessen Südteil sich östlich anschließt. Im Südwesten grenzt Kambodschas Küste auf 443 km Länge an den Golf von Thailand.
Das Klima ist tropisch-monsunal mit einer Regenzeit zwischen Mai und September. Der Südwest-Monsun bringt große Niederschlagsmengen mit. Der Mekong schwillt dabei bis zum 25-fachen seiner normalen Wassermenge an und überflutet die umliegenden Felder und Gebiete. Mit diesem Hochwasser ändert der Tonle-Sap-Fluss seine Richtung und füllt den Tonle-Sap-See auf, der auf das 3-fache seiner Größe wachsen kann. In der Trockenzeit von November bis April bläst der Wind aus Nord-Osten. Zu dieser Zeit regnet es meistens überhaupt nicht. Die Temperaturen sind über das Jahr hinweg sehr stabil und liegen zwischen 30 und 34 Grad Celsius. Allerdings schwankt die Luftfeuchtigkeit stark. In der Regenzeit liegt sie bei über 90 %. In der Trockenzeit kann sie unter 50 % sinken.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005):
Phnom Penh (1.547.317 Einwohner)
Sihanoukville (209.005 Einwohner)
Battambang (176.089 Einwohner)
Siem Reap (147.866 Einwohner)
Sisophon (132.264 Einwohner)
Kratie (100.345 Einwohner)
Siehe auch: Liste der Städte in Kambodscha
Zu Kambodscha gehören auch eine Reihe von Inseln:
Kaôh Kŏng, Koh Sess, Koh Polaway, Koh Rong, Koh Tang, Koh Thass, Koh Tonsay, Koh Treas, Koh Traolach
Zwei Drittel der Fläche des Landes bestehen aus dem Kambodschanischen Becken, das maximal 30 Meter über dem Meeresspiegel liegt. In dieser Ebene liegt der Tonle-Sap-See, der durch den Tonle-Sap-Fluss mit dem Mekong verbunden ist. Das Dangrek-Gebirge, das im Norden an Thailand grenzt, erreicht 600 m Höhe. Die Berge im Nordosten des Landes sind bis zu 1200 m hoch. Entlang des Golfs von Thailand verläuft das Kardamom-Gebirge, dessen Gipfel bis zu 1813 m (Phnom Aural) hoch sind.
Hauptartikel: Geschichte Kambodschas
Die sehr bewegte Geschichte Kambodschas umfasst einen Zeitraum von annähernd 2000 Jahren. Sie reicht über die Funan-Ära (1. bis 6. Jahrhundert), die kulturelle und politische Blütezeit des Khmer-Reiches (9. bis 15. Jahrhundert) mit Angkor als Zentrum, die Kolonialherrschaft der Franzosen (1863-1945), die Herrschaft der Roten Khmer (1975-1979) bis hin zur jetzigen, noch sehr jungen Demokratie.
Ethnische Hauptgruppe sind die Khmer. Weitere Bevölkerungsgruppe sind die Vietnamesen (etwa 5%), die Cham (etwa 4%) und etwa 100.000 Vertreter von einem Dutzend kleinerer ethnischer Gruppen, meist zusammenfassend Khmer Loeu („Hochland-Khmer“) genannt. Des Weiteren sind viele Kambodschaner in den Städten chinesischen Ursprungs (man schätzt die Zahl auf eine halbe Million), der sich auf die Zeit weit vor Angkor zurückverfolgen lässt.
Hauptsiedlungsgebiete sind die fruchtbaren Schwemmlandflächen an den Ufern des Mekong, des Tonle-Sap-Sees und des Binnengewässersystems zwischen dem Zusammenfluss von Mekong und Tonle-Sap-Fluss und dem in Vietnam gelegenen Mekong-Delta.
Mit über 2 % jährlich (Stand 2003) ist das Bevölkerungswachstum heute eines der höchsten in der Region.
Die Mehrheit der Kambodschaner (rund 93 %) sind Anhänger des seit dem späten 13. Jahrhundert aus Sri Lanka kommenden Theravâda-Buddhismus, der in weiten Teilen Südostasiens Verbreitung gefunden hat. Andere Religionen, wie der Islam (5%) und das Christentum (2%), sind ebenfalls vertreten.
Der Nationalfeiertag am 9. November erinnert an die einseitig durch Prinz Norodom Sihanouk proklamierte und von Frankreich anerkannte Unabhängigkeit Kambodschas im Jahr 1953.
Die kambodschanische Regierung betreibt seit kurzem eine recht restriktive Politik gegen Dinge, welche angeblich „gegen die Kultur Kambodschas“ seien. So sind UMTS-Mobiltelefone mittlerweile verboten, ebenso Partneragenturen, Schönheitswettbewerbe und das Blondieren der Haare. Auch Kleidervorschriften werden gemacht - so wurde eine junge Fernsehansagerin gezwungen, sich im Fernsehen live zu entschuldigen, weil sie rückenfreie Kleidung getragen hatte. Dies war zuvor vom Ministerpräsidenten als ein Verstoß gegen die Kultur Kambodschas bezeichnet worden.
Im Sommer 2006 beschloss das Parlament ein Gesetz, das Ehebruch mit bis zu 12 Monaten Haft bestraft. Dies steht stark im Kontrast zu den zahlreichen Affären, die von Abgeordneten des Parlaments bekannt sind. Als eine der Initiatoren der Kampagne gilt die Frau des Ministerpräsidenten. Es werden aber vor allem einseitige politische Motive dahinter vermutet. Die Kampagne solle die diesbezüglich liberale Oppositionspartei FUNCINPEC zurückzudrängen. Bordelle beispielsweise sind bisher nämlich nicht von den Maßnahmen betroffen. Dass die Regierung ein solches Gesetz so schnell verabschieden konnte, während ein Gesetz gegen Korruption noch lange nicht beschlussreif ist, wird ebenso als Anzeichen gesehen. Nicht zuletzt ist auch unklar, welche Kultur eigentlich geschützt werden soll. Die alte kambodschanische Kultur und deren Symbole sind nämlich im Allgemeinen recht freizügig.
Grundnahrungsmittel sind gekochter Reis, Fisch und Gemüse. Als kulinarische Spezialität gelten gebratene Schlangen (der Pro-Kopf-Verbrauch an Fischen und Schlangenfleisch liegt bei etwa 50 kg pro Person und Jahr). In den gefluteten Reisfeldern und Gewässern leben besonders viele ungiftige Arten, die auf vielen Märkten gehandelt werden.
Kambodscha ist, gemäß der Verfassung vom 24. September 1993, eine demokratische konstitutionelle Monarchie.
Kambodscha ist Mitglied einer Reihe internationaler Organisationen, insbesondere der Vereinten Nationen und der ASEAN.
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Kambodschas
Kambodscha ist in 20 Provinzen (Khet) und vier Städte (Krung) unterteilt. Die Provinzen setzen sich weiterhin aus Bezirken (Srok) und Kommunen (Khum), die Städte aus Stadtbezirken (Khan) und Stadtteilen (Sangkat) zusammen.
Das Land ist wenig entwickelt, die Wirtschaft deshalb im Wesentlichen agrarisch strukturiert. Mehr als 80 % der Anbaufläche sind Reisfelder. Weitere Agrarprodukte: Mais, Kautschuk, Gemüse, Zuckerpalmen, Tabak, Jute, Baumwolle und Kaffee.
Neben dem Reisanbau bildet der Fischfang (Tonle Sap-See, Flüsse) eine wesentliche Ernährungsgrundlage (Proteinversorgung) der Bevölkerung. Der Tourismus hat sich in den letzten Jahren zu einer wichtigen Einnahmequelle Kambodschas entwickelt. Im Jahre 2004 überschritt die Zahl der Kambodscha-Besucher zum ersten Mal die Millionenmarke. 2005 betrug die Zahl der Touristen 1,4 Mio. und 2006 stieg sie um weitere 20 % auf 1,7 Mio., die 1,4 Mrd. US-Dollar an Devisen im Land ließen. Das entspricht in etwa 12 % des Bruttosozialprodukts. 2007 wurde die Marke von zwei Millionen Besuchern erreicht.[2] Wichtigste Reiseziele in Kambodscha sind das Weltkulturerbe Angkor, der Küstenort Sihanoukville und die Hauptstadt Phnom Penh, zunehmend auch die Nordostprovinz Rattanakiri. Darüber hinaus finden auch Städte wie Battambang und Kampong Thom mit den Tempeln Sabor Prei Kuk zunehmend Beachtung. Neben Sihanoukville, auch Kampong Som genannt, entwickelt sich auch Kep nahe der vietnamesischen Grenze zu einer Badedestination.
Die Entwicklungshilfe trägt einen großen Teil der Wirtschaftsleistung des Landes.
Gutachten internationaler Organisationen (Weltbank, Asiatische Entwicklungsbank) sprechen davon, dass die Wirtschaft Kambodschas von rd. 50 Familien kontrolliert werde.
Die weit verbreitete Korruption der politischen und militärischen Elite des Landes wird für das „Verschwinden“ von ausländischen Geldern in einer Größenordnung von jährlich ca. 300 Mio. US-Dollar verantwortlich gemacht.
2008 nutzten etwa 13.000 Einwohner regelmäßig das Internet, die meisten Anschlüsse befinden sich in Phnom Penh und Siem Reap.[3]
Brunei | Indonesien | Kambodscha | Laos | Malaysia | Myanmar | Philippinen | Singapur | Thailand | Vietnam
Beobachterstatus: Osttimor | Papua-Neuguinea
Afghanistan | Ägypten2 | Armenien | Aserbaidschan | Bahrain | Bangladesch | Bhutan | Brunei | China, Volksrepublik | Georgien | Indien | Indonesien3 | Irak | Iran | Israel | Japan | Jemen | Jordanien | Kambodscha | Kasachstan1 | Katar | Kirgisistan | Kuwait | Laos | Libanon | Malaysia | Malediven | Mongolei | Myanmar | Nepal | Nordkorea | Oman | Osttimor | Pakistan | Philippinen | Russland1 | Saudi-Arabien | Singapur | Sri Lanka | Südkorea | Syrien | Tadschikistan | Thailand | Turkmenistan | Türkei1 | Usbekistan | Vereinigte Arabische Emirate | Vietnam | Zypern, Republik
Andere oder umstrittene Gebiete:
Abchasien | Bergkarabach, Republik | Britisches Territorium im Indischen Ozean (Britische Überseegebiete) | China, Republik (Taiwan) | Hongkong (SVZ der VR China) | Macao (SVZ der VR China) | Palästina | Südossetien | Türkische Republik Nordzypern
1 Liegt zum Teil auch in Europa. 2 Liegt größtenteils in Afrika. 3 Liegt zum Teil auch in Ozeanien.
Koordinaten: 10°-15° N, 102°-107° O
Why are we here?
All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License
This page is cache of Wikipedia. History