
| République de Côte d’Ivoire |
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| Wahlspruch: Unité, Discipline et Travail (frz., „Einheit, Disziplin und Arbeit“) |
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| Amtssprache | Französisch | ||||
| Hauptstadt | Yamoussoukro | ||||
| Regierungssitz | Abidjan | ||||
| Staatsform | Präsidialrepublik | ||||
| Staatsoberhaupt | Präsident Laurent Gbagbo | ||||
| Regierungschef | Premierminister Guillaume Soro | ||||
| Fläche | 322.461 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 18,7 Mio.[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte | 53,7 Einwohner pro km² | ||||
| BIP nominal (2007)[2] | 19.598 Mio. US$ (96.) | ||||
| BIP/Einwohner | 1.045 US$ (130.) | ||||
| HDI | 0,432 (166.) | ||||
| Währung | 1 CFA-Franc BCEAO 1 € = 655,957 XOF 100 XOF = 0,152449 € (Fixer Wechselkurs) |
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| Unabhängigkeit | von Frankreich am 7. August 1960 | ||||
| Nationalhymne | L’Abidjanaise | ||||
| Nationalfeiertag | 7. August | ||||
| Zeitzone | UTC | ||||
| Kfz-Kennzeichen | CI | ||||
| Internet-TLD | .ci | ||||
| Telefonvorwahl | +225 | ||||
Die Elfenbeinküste (offizieller Name République de Côte d’Ivoire) ist ein Staat in Westafrika. Sie grenzt an Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso und Ghana und im Süden an den Atlantik.
Das Land, das am 7. August 1960 die Unabhängigkeit von Frankreich erlangte, wurde lange durch die Einheitspartei PDCI des Präsidenten Houphouët-Boigny regiert. Exporterlöse aus Kakao und Kaffee garantierten jahrelang einen relativen Wohlstand. Das Ende der PDCI-Herrschaft und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Verfall der Kakaopreise führten zu inneren Spannungen, die in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand gipfelten, der das Land 2002 in zwei Teile zerriss. Seit dem Friedensvertrag von 2007 wird an der Versöhnung und Wiedervereinigung der Elfenbeinküste gearbeitet.
Seit 1983 ist Yamoussoukro die offizielle Hauptstadt, die frühere Hauptstadt Abidjan stellt aber weiterhin das wirtschaftliche und politische Zentrum des Landes dar.
Inhaltsverzeichnis |
Côte d’Ivoire [kot diˈvwaʀ] ist französisch und bedeutet auf deutsch „Elfenbeinküste“.
Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung Elfenbeinküste im Sprachgebrauch und in den Medien stärker verbreitet als der französische Ausdruck. Im offiziellen Verkehr, beispielsweise der deutschen Bundesregierung, wird jedoch der offizielle Name Côte d’Ivoire verwendet. Im Lande selbst ist die Benutzung einer anderen als der offiziellen Bezeichnung unter Strafe verboten. Auch wörtliche Übersetzungen des Namens in andere Sprachen fallen unter dieses Verbot.
Präsident Houphouët-Boigny (1905–1993) verfügte Ende 1984, dass die Elfenbeinküste, so benannt nach ihrem einst wichtigsten Exportprodukt, nur noch mit dem französischen Kolonialnamen Côte d’Ivoire geführt und nicht übersetzt werden darf. Im Gegensatz zu anderen Staaten, die unter anderem durch Namensänderung ihr koloniales Erbe in den Hintergrund rücken und mit Bezeichnungen aus der vorkolonialen Zeit eine unabhängige Identität schaffen wollten, hielt die Elfenbeinküste auch nach der Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1960 an den engen Verbindungen zu Frankreich fest.
Die Bezeichnung für einen Einwohner der Elfenbeinküste ist – gemäß StAGN – Ivorer oder Ivorerin (eingedeutschte Version von franz. Ivoirien und Ivoirienne). Bezeichnungen wie „Elfenbeinküstler“ oder „Elfenbeiner“ sind nicht gebräuchlich.
Das Territorium der Elfenbeinküste hat die Form eines Vierecks, wobei der Süden eine 520 Kilometer lange Küstenlinie am Atlantischen Ozean, am westlichen Ende des Golfes von Guinea hat. Das Relief ist eher flach, das Oberflächenprofil ist von Ebenen und Hochebenen gekennzeichnet. Allein der Westen des Landes weist Höhen von über 1000 Metern über dem Meeresspiegel auf. Hier, genau auf der Grenze zu Guinea, befindet sich der Mount Nimba, der mit 1.752 m ü. NN der höchste Berg beider Staaten ist.[3] Der Norden des Landes wird auch von einem Teil der Oberguineaschwelle durchzogen. Davon abgesehen sind die restlichen Ebenen zwischen 200 und 350 Metern hoch gelegen.
Die höheren Plateaus haben schroffe Formen und sind aus hartem Material. Die niedriger gelegenen Ebenen haben sanftere Formen und sind in der Regel aus lockererem Material. Weiträumige, platte Gegenden charakterisieren die Savannenlandschaften wie auch die kleinen Savanneneinschlüsse in den Regenwaldgebieten. Das dominierende Element der Ebenen und Hochebenen ist eine eisenhaltige Kruste, die an der Oberfläche als rostfarbene Platten sichtbar ist, häufig jedoch von Sand, Kies oder feinerem Material verdeckt wird.[4]
Gewässer bedecken 4462 km² oder 1,38 % des Territoriums der Elfenbeinküste. Dies sind einerseits der Atlantische Ozean und die angrenzenden Lagunen im Süden des Landes, wobei die bedeutendsten Lagunenkomplexe Aby-Tendo-Ehy, Ebrié und Grand-Lahou-Tadio-Makey-Tagba sind. Es gibt zahlreiche Fließgewässer, die das ganze Land entwässern. Vor allen sind hier die vier großen Flüsse[5] Cavally (700 km), Sassandra (650 km), Bandama (1050 km) und Comoé (1160 km) zu nennen. Andere wichtige Flüsse sind entweder Nebenflüsse davon, oder sie sind Küstenflüsse, die ihre eigenen Einzugsgebiete haben. Nennenswert sind der Tabou, der Néro, der San Pedro, der Bolo, der Niouniourou, der Boubo, der Agnéby, die Mé und die Bia. Die größten Seen des Landes sind allesamt Stauseen: Der Kossoustausee, der Buyostausee und der Ayaméstausee. Schließlich gibt es zahlreiche Bäche und mehrere Sumpfgebiete.[4]
Der kristalline Unterbau besteht aus Migmatiten und Gneis (magmatischer sowie sedimentärer Herkunft), Charnockiten, Noriten sowie verschiedenen Arten von Graniten. Sie sind Teil des westafrikanischen Kratons, der vor mehr als zwei Milliarden Jahren entstanden ist. Das Phyllitgestein besteht größtenteils aus Tonschiefer und Quarziten. Dieser Sockel ist von einer dünnen Sedimentschicht bedeckt, die aus Tonsand kontinentalen Ursprungs sowie aus Ton, Sand und Schlamm maritimen Ursprungs besteht.[6][7]
Die Böden der Elfenbeinküste haben die gleichen Eigenschaften wie jene der benachbarten Länder Westafrikas und vieler anderer tropischer Regionen. Sie sind locker, seltener verhärtet, aus einem Material in roten ockerfarbenen und dunklen rostbraunen Farbtönen.[8] Es handelt sich um ferralitische Bodentypen, die größtenteils durch Verwitterung entstanden sind.
Die Elfenbeinküste liegt zwischen 4° und 10° nördlicher Breite, was bedeutet, dass der Äquator etwa 400 km von der südlichen Küste des Landes entfernt liegt, und dass der nördliche Wendekreis etwa 1400 km von seiner Nordgrenze ist. An den Küsten der Elfenbeinküste herrscht deshalb ein tropisches Regenklima, das im äußersten Norden in Arides Klima übergeht.[9] Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 28 °C, jedoch kennen die Bewohner markante Temperaturunterschiede zwischen den nördlichen und südlichen Regionen ihres Landes, sowie zwischen den einzelnen Jahreszeiten.
Geprägt wird das Klima durch die Windsysteme des Nordost- Passats und des Südwestmonsuns: Der Nordost-Passat (Harmattan) bringt im Winter heiße, trockene, staubbeladene Luft aus der Sahara und trocknet das Land aus. Die Herkunft des Südwestmonsuns ist im Golf von Guinea, dementsprechend bringt er feuchtwarme Luft. Er bestimmt das Klima des Südens der Elfenbeinküste ganzjährig, im Norden bringt er Sommerregen.[7]
Demnach werden in der Elfenbeinküste drei Klimazonen unterschieden.
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Durchschnittliche Temperatur- und Niederschlagswerte von Abidjan (Südregion)
Quelle: ANAM[12] und GeographyIQ
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Durchschnittliche Temperatur- und Niederschlagswerte von Bouaké (Zentrumsregion)
Quelle: ANAM[12] und Météo france
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Durchschnittliche Temperatur- und Niederschlagswerte von Odienné (Nordwestregion)
Quelle: ANAM[12]
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Das Klima von Odienné, eine Stadt im Nordwesten, ist von den nahen Bergen und hat deshalb höhere Niederschlagswerte (1491 mm) und niedrigere Temperaturen als Regionen östlich davon.[13] In Man (noch höher in den Bergen gelegen) erreichen die Niederschlagswerte sogar 1897 mm pro Jahr.
Die natürliche Vegetation lässt sich in zwei Zonen einteilen: Eine südliche, guineische Zone und eine nördlichen sudanesische Zone. Die Grenze zwischen diesen beiden Zonen liegt parallel zur Küstenlinie etwa beim 8. Breitengrad. Die südliche Zone ist von immergrünem Regenwald und Mangroven (Guineischen Mangroven, davon eine westlich von Abidjan, an der Mündung des Flusses Bia, und eine noch weiter westlich davon an der Mündung des Flusses Boubo) geprägt. In der nördlichen Zone herrschen Trockenwälder (mit periodischem Laubwechsel) und Savannen (die Sudan-Savanne, die ein Drittel des Territoriums bedeckt, und die Guinea-Savanne) vor, wobei der Trockenwald als Übergang vom Regenwald zur Savanne gesehen werden kann. Im zentralen Teil der Elfenbeinküste ist das Guineische Wald-Savannen-Mosaik, welches aus ineinandergreifenden Zonen aus Grasland, Savanne und dichtem Feuchtwald und Galeriewald an Flussläufen besteht.[7]
Nennenswerte Vertreter der Flora in der Elfenbeinküste sind Bäume wie der Affenbrotbaum, Iroko, Tali, Amazakoue, Tiama und Movingui, die teils hohe Bedeutung für den Export von Holz haben. In den Wäldern wachsen Epiphyten und Orchideen, während Schlangenwurze, Manniophyton, Knoblauchbaum, Milne-Redhead und Belluci Bedeutung als traditionelle Heilpflanzen haben.
Die Vegetation der Elfenbeinküste hat sich in den vergangenen Jahrzehnten durch menschliches Zutun grundlegend geändert. Ursprünglich war ein Drittel des Landes im Süden und Westen vollständig von dichten Wäldern bedeckt.[14] Dazu kamen Baumsavannen im Zentrum und Norden sowie kleine Mangroven an der Küste. Seit der Kolonialzeit hat sich der Waldbestand stark verringert, teils durch die Anlage von Plantagen, teils durch Abholzung. Für das Jahr 2007 wurde der natürliche Waldbestand auf 6 Millionen Hektar geschätzt.[15][16]
Die Fauna ist besonders artenreich, mit vielen Spezies an Wirbeltieren, Wirbellosen, Wasserbewohnern und Parasiten. Unter den Säugetieren ist der Elefant das Tier, dessen Stoßzähne, als Elfenbein gehandelt, dem Land seinen Namen gaben. Sein in Wald und Savanne einst hoher Bestand ist mittlerweile durch Jagd und Wilderei stark reduziert, so dass er heute nur noch in Reservaten anzutreffen ist. Daneben gibt es Flusspferde, Riesenwaldschweine, Ducker, Primaten, Nagetiere, Schuppentiere, Raubkatzen wie Löwen und Leoparden sowie Mangusten; in den Steppen sind Hyänen und Schakale anzutreffen. Auch leben hier hunderte Arten von Vögeln (Reiher, Störche wie Wollhalsstorch und Marabu, Enten und Gänse sowie Raubvögel). In und an den Flussläufen der Savanne lebt das Panzerkrokodil, in den Flüssen der Regenwälder das Stumpfkrokodil. Giftschlangen wie Kobras, Mambas, Puffotter, Gabunviper und Nashornviper, Felsenpython und Königspython kommen ebenso vor wie Termiten, die die Landschaft mit zahlreichen Termitenhügeln verzieren, und Käfer wie etwa der Pillendreher. In den Flüssen leben zahlreiche Fischarten wie Buntbarsche oder der Afrikanische Vielstachler, während in den Küstengewässern Garnelen, Sandtiger- und sonstige Haie, Seenadeln, Rochen, Froschfische, Plattfische oder auch die seltene Unechte Karettschildkröte vorkommen. Zahlreiche Arten, etwa die Schimpansen, sind bereits sehr selten oder vom Aussterben bedroht.[17]
Im Land befinden sich mehrere Nationalparks und andere Schutzgebiete, unter anderem Taï (im Südwesten des Landes), Nationalpark Comoé (im Nordosten).
Die Bevölkerung der Elfenbeinküste zeichnet sich, ähnlich wie jene der meisten Entwicklungsländer, durch ein schnelles Wachstum aus. Zwischen 1975 und 2005, also in nur 30 Jahren, verdreifachte sich die Bevölkerung von 6,7 Millionen auf fast 20 Millionen.[18] Dieses Wachstum geht zu einem gewissen Teil auf Einwanderung zurück; die Volkszählung 1998 hat ergeben, dass 26 % der Bevölkerung Nicht-Ivorer waren.[18] Diese Einwanderer stammen zum Großteil aus den Nachbarländern und wurden vor dem Bürgerkrieg von der relativ hohen wirtschaftlichen Entwicklung und der sozialen und politischen Stabilität angezogen. Insgesamt leben zwei Millionen Menschen aus Burkina Faso in der Elfenbeinküste, die den größten Ausländeranteil stellen. Daneben sind zahlreiche Personen aus Mali, Guinea, dem Senegal, Liberia und Ghana eingewandert. Ferner findet man Libanesen, die vor allem Handel betreiben, Asiaten und Europäer. Ausländer, die eingebürgert wurden, machen nur 0,6 % aus.
Die Bevölkerung des Landes besteht aus circa 60 Ethnien,[18] die lange Zeit friedlich zusammenlebten. Eheschließungen zwischen verschiedenen Ethnien sind vor allem in den Städten keine Seltenheit. Die bekanntesten Gruppen sind:
Aufgrund der Landflucht und der zunehmenden Verstädterung findet man in den Städten praktisch alle Ethnien. Vor allem in den kleineren Städten gibt es eine gewisse Tendenz, in eigenen Vierteln zusammen zu leben.
Neben der Amtssprache Französisch werden in der Elfenbeinküste rund 70 Landessprachen gesprochen, darunter Baoulé, Senufo-Sprachen, Yacouba, Anyi, Attié, Guéré, Bété, Dioula, Abé, Kulango, Mahou, Tagwana, Wobé und Lobi.
Jugendliche machen einen sehr starken Bevölkerungsanteil aus: 1998 waren 43 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt. Ebenso ist die Bevölkerung ungleich über das Territorium des Landes verteilt. 57 % Landbevölkerung stehen 43 % Stadtbevölkerung gegenüber, wobei die Stadtbevölkerung um 4,2 % jährlich zunimmt.[18] Der Trend der Landflucht hat sich durch den Bürgerkrieg noch verstärkt.
Als Stadt werden in der Elfenbeinküste urbane Räume mit mindestens 3000 Einwohnern, in denen mehr als 50 % der Bevölkerung einer nicht-landwirtschaftlichen Erwerbsbetätigung nachgeht, definiert. Der Zensus von 1998 hat 129 Städte ergeben, von denen die größte Abidjan mit 2 877 948 Einwohnern ist. Weitere Großstädte sind Yamoussoukro (155 803 Einwohner), Bouaké (464 618 Einwohner), Daloa (173 103 Einwohner), Korhogo (142 039 Einwohner), Gagnoa (107 124 Einwohner), Man (116 657 Einwohner) und San-Pédro (131 800 Einwohner).[18] Weitere Städte sind in der Liste der Städte in der Elfenbeinküste aufgelistet.
In der Elfenbeinküste herrscht eine hohe religiöse Diversität. Die am meisten verbreitete Religion ist der Islam (38 %), der besonders im Norden am häufigsten praktiziert wird und zu dem sich die meisten Einwanderer aus den nördlichen Nachbarländern bekennen. 22 % der Ivorer sind Katholiken, 5,5 % sind Protestanten. 17 % der Bevölkerung praktiziert traditionelle afrikanische Religionen, die bis zu einem gewissen Ausmaß auch die Ausübung der anderen Religionen beeinflussen. Weitere 17 % der Ivorer lassen sich anderen Religionen zuordnen.[19]
Der Islam ist im äußersten Norden der Elfenbeinküste seit mehr als 700 Jahren verbreitet. Das Christentum hingegen wurde an den Küsten im 17. Jahrhundert durch Missionare eingeführt. Die religiösen Feiertage werden frei von den jeweiligen Gläubigen begangen und von allen akzeptiert. Generell herrscht in der Elfenbeinküste religiöse Toleranz und friedliches Miteinander. Die Elfenbeinküste ist offiziell ein laizistischer Staat, wenngleich Repräsentanten des Staates zu religiösen Zeremonien entsandt werden und spezielle konfessionelle Schulen finanzielle Zuwendungen von Seiten des Staates erhalten.[20]
Zahlreiche Ivorer leben im Ausland, wenngleich ihre genaue Zahl nicht feststellbar ist, da ein Teil von ihnen in ihren Aufenthaltsländern illegal eingewandert ist. Schätzungen gehen von etwa 1,5 Millionen Auslands-Ivorern aus. Begehrteste Ziele ivorischer Auswanderer sind Frankreich, Belgien, die Schweiz, Italien, Deutschland, die USA und Kanada. Diese Auswanderer haben eine große Bedeutung für die ivorische Wirtschaft: Sie überweisen einerseits hohe Summen, um die daheim gebliebenen Angehörigen zu unterstützen, andererseits sind Heimkehrer aus dem Ausland bedeutende Teilnehmer am Immobilienmarkt.[21]
Während einerseits ausländische Investoren das hohe Bildungsniveau der Eliten schätzen,[22] so stellen andererseits mangelnde Bildung und Analphabetismus große Probleme dar. Unter der armen Bevölkerung können 61,1 % der Menschen nicht lesen und schreiben, sogar 73,6 % der Frauen unter den Armen sind Analphabeten.[23] Es wird geschätzt, dass mehr als vier Millionen Jugendliche keine Ausbildung und keinen Arbeitsplatz haben.[24]
Der Staat gab 2001 4,6 % des Bruttoinlandsprodukts bzw. 21,5 % seines Budgets für Bildungszwecke aus. Davon entfielen 43 % auf den Grundschulbereich, 36 % auf den weiterführenden Bildungsbereich und 20 % auf den akademischen Bereich.[25]
Das Bildungssystem der Elfenbeinküste ist stark an jenes von Frankreich angelehnt und wurde kurz vor der Unabhängigkeit eingeführt.[26] Es besteht Schulpflicht und die Schulbildung ist kostenfrei, um den Schulbesuch der Kinder im schulpflichtigen Alter zu fördern bzw. zu ermöglichen. Das Bildungssystem umfasst eine Grundschule und eine weiterführende Schule, an welche sich der tertiäre Bildungsbereich anschließt.
Vor dem Grundschulbesuch gibt es optionale Kindergärten, von denen 2001/2002 auf dem gesamten Gebiet des Landes 391 Einrichtungen registriert wurden.[27] 2005 existierten nur im von den Regierungstruppen kontrollierten Landessüden 600 Kindergärten mit 2109 Erziehern und 41.445 Kindern.[27]
Die Grundschulausbildung dauert sechs Jahre und endet mit dem Certificat d’études primaires, welches zum Aufstieg in die weiterführende Schule berechtigt. Im Jahre 2001 existierten nach der Statistik des Bildungsministeriums 8050 öffentliche Grundschulen mit 43.562 Lehrkräften und 1.872.856 Schülern. Daneben gab es 925 private Grundschulen mit 78.406 Lehrern und 2.408.980 Schülern.[27]
Der Anteil derjenigen Kinder, die eine Grundschule besuchen, lag 2001/02 bei 79,5 % (für Mädchen nur 67,3 %) und selbst dies erst nach großen Anstrengungen der Regierung in Zusammenarbeit mit der Afrikanischen Entwicklungsbank im Rahmen des Projekts Projet BAD éducation IV.[28] Die Schulbesuchsquote fiel während des Bürgerkriegs auf 54,4 % (für Mädchen 49,1 %) im Jahr 2005. Generell hat das Schulwesen im Bürgerkrieg einen hohen Schaden erlitten, viele Schulgebäude wurden zerstört und Lehrer verließen unsichere Gegenden.[23]
Die weiterführende Bildung dauert sieben Jahre. Im weiterführenden Bildungsbereich dominieren die privaten Einrichtungen: 370 der 522 im Jahr 2005 gezählten Gymnasien waren privat.[27] Nur etwa 20 % der Jugendlichen bekommen eine weiterführende Bildung.[25] Nach dem ersten, vier Jahre dauernden Abschnitt der weiterführenden Bildung bekommt man das Diplôme national du brevet und nach drei weiteren Jahren das Baccalauréat.
Bereits in den 1960er Jahren wurden in der Elfenbeinküste akademische Bildungseinrichtungen gegründet, um eigene Spezialisten ausbilden zu können. Bis 1992 waren alle diese Hochschulen und Institute staatlich, seitdem wurden zahlreiche Privathochschulen gegründet.
Im Jahr 2004/05 wurden 149 akademische Bildungseinrichtungen gezählt, die von 146.490 Studenten besucht wurden, davon 35 % Mädchen. Darunter fielen drei staatliche Universitäten, vier staatliche Hochschulen (grandes écoles) und sieben Privatuniversitäten.[29] Zu den bedeutenderen Einrichtungen gehören das Institut national polytechnique Houphouët-Boigny (INPHB), die École normale supérieure (ENS) und die Agence nationale de la formation professionnelle. Das Ansehen der ivorischen Universitäten ist insbesondere seit dem Bürgerkrieg, als alle Universitäten zum Umzug nach Abidjan gezwungen waren und viele Akademiker das Land verließen, gering.[23]
Das Gesundheitssystem der Elfenbeinküste hat durch den Bürgerkrieg schwer gelitten. Viele Einrichtungen wurden geplündert oder zerstört, das Personal musste aus Sicherheitsgründen in den Städten konzentriert werden oder hat das Land gar ganz verlassen.
Häufigste Krankheiten sind, bedingt durch das tropische Klima, Malaria, Cholera, Typhus, Tuberkulose, Gelbfieber sowie Hepatitis A und Hepatitis B. Ein Großteil der Erkrankungen kann auf verschmutztes Trinkwasser zurückgeführt werden; mehr als die Hälfte der armen Haushalte hat keinen Zugang zu sauberem Wasser, wobei dieser Prozentsatz im ländlichen Norden viel höher ist. Die Kindersterblichkeit ist zwischen 1994 und 2007 von 89 auf 117 pro Tausend Lebendgeburten gestiegen. Etwa 7 % der Bevölkerung sind mit HIV infiziert, auch andere sexuelle übertragbare Krankheiten breiten sich, bedingt durch frühe sexuelle Aktivität und mangelnde Aufklärung schnell aus; unfachmännische Abtreibungen sind häufig.[23]
Ein Verbesserungsplan für das Gesundheitswesen wurde von der Regierung 1995 in Angriff genommen. Die politischen Wirren haben jedoch dazu geführt, dass dieses Programm nicht zu Ende geführt wurde. Die Regierung versucht nun, medizinisches Personal in die früheren Kriegsgebiete zurückzubringen.
Wer plant, die Elfenbeinküste zu besuchen, sollte prüfen, ob die vorhandenen Impfungen gegen Diphtherie, Kinderlähmung und Tetanus aufgefrischt werden müssen. Daneben sind Impfungen gegen Hepatitis A und B und Gelbfieber angeraten; wer sich weit abseits der Großstädte bewegt, sollte auch Impfungen gegen Cholera, Tollwut und Typhus in Betracht ziehen. In jedem Fall ist Malariaprophylaxe oder das Mitführen von entsprechenden Medikamenten empfohlen.
→ Hauptartikel: Geschichte der Elfenbeinküste
Bis zur Kolonialisierung wies der Südteil der Elfenbeinküste keine Staatenbildung auf. Der Nordteil hingegen kam ab dem 11. Jahrhundert in den Einfluss der Sahelreiche, etwa des Malireiches ab dem 13. Jahrhundert. Gleichzeitig kam der Islam durch Handel und kriegerische Auseinandersetzungen in diese Region. Im 17. Jahrhundert war der Stadtstaat Kong der mächtigste Staat der Region und ein Zentrum islamischer Gelehrsamkeit.
Die Portugiesen trieben seit dem 15. Jahrhundert Handel mit den Küstenstämmen, wurden aber seit dem 17. Jahrhundert von den Franzosen verdrängt, die 1843 den Marinestützpunkt Grand-Bassam errichteten und das Gebiet 1893 zur Kolonie Côte d’Ivoire erklärten. Die Niederschlagung von Aufständen, besonders des islamischen Führers Samory Touré, nahm allerdings noch mehrere Jahre in Anspruch. 1895 wurde Côte d’Ivoire ein Teil Französisch-Westafrikas, 1956 erhielt es innere Selbstverwaltung und wurde 1958 autonome Republik innerhalb der französischen Gemeinschaft.
Am 7. August 1960 erhielt Côte d’Ivoire die volle Unabhängigkeit unter Félix Houphouët-Boigny, der bis zu seinem Tode 1993 Staatspräsident (bis 1990 auch Regierungschef) war. Houphouët-Boigny, der Gründer der Einheitspartei „Parti Democratique de Côte d’Ivoire“ (PDCI), verfolgte eine prowestliche Politik. Er verfügte auch, dass die „Elfenbeinküste“, so benannt nach ihrem einst wichtigsten Exportprodukt, seit Ende der 1980er Jahre nur noch mit dem französischen Kolonialnamen Côte d’Ivoire bezeichnet werden darf. Unruhen unter der Bevölkerung führten dazu, dass 1990 ein Mehrparteiensystem sowie das Amt des Ministerpräsidenten eingeführt wurden. Die prowestliche und marktwirtschaftlich orientierte Politik des Präsidenten Félix Houphouët-Boigny machte aus Côte d’Ivoire einen der reichsten Staaten Westafrikas und führte zu politischer Stabilität.
Nachfolger Houphouët-Boignys wurde 1993 Henri Konan Bédié (PDCI). Die von der Opposition boykottierten Wahlen im Oktober 1995 bestätigten Bédié im Präsidentenamt. Eine Änderung der präsidialen Verfassung von 1960 verlängerte 1998 die Amtszeit des Präsidenten von fünf auf sieben Jahre und stärkte seine exekutiven Befugnisse.
Der Verfall der Kakaopreise führte 1999 zu wirtschaftlichen Krisenerscheinungen. Im Dezember 1999 wurde Bédié, der oppositionelle Kreise zunehmend unterdrückt hatte, in einem unblutigen Putsch vom Militär unter Führung von General Robert Guéï gestürzt. Das Land fiel damit in eine tiefe Krise. Unter dem Schlagwort Ivoirité kam es zu xenophoben Tendenzen und zur Diskriminierung der im Norden des Landes ansässigen Ethnien. Im Jahre 2000 gewann Laurent Gbagbo Präsidentschaftswahlen, von denen der Oppositionskandidat (Alassane Ouattara) ausgeschlossen worden war. Dies wurde damit begründet, dass Ouattaras Eltern aus dem Nachbarland Burkina Faso stammen. Der andauernde Streit darum, wer ein wahrer „Ivorer“ sei und wer nicht, führte schließlich 2002 zu einem bewaffneten Aufstand gegen Gbagbo und zu der aktuellen Krise.
→ Siehe auch: Geschichte der Elfenbeinküste
Im September 2002 erhob sich ein Teil der Armee gegen die Regierung und brachte die nördliche Hälfte des Staates unter ihre Kontrolle. Diese Entwicklung hat ihren Hintergrund in ethnischen Spannungen; in der Elfenbeinküste leben viele aus den angrenzenden Staaten eingewanderte Menschen. Es ist aber auch ein Konflikt um Land und den Zugang zu Ressourcen.
Im Auftrag der UNO wurden zur Trennung der Rebellen im Norden und dem südlichen Landesteil mehr als 6300 Blauhelme im Land stationiert. Zusätzlich sind etwa 4500 französische Soldaten im Land. Letztere agieren ebenfalls im Auftrag der UNO, waren aber schon vor der Krise in Côte d’Ivoire stationiert. Die frühere Kolonialmacht Frankreich setzte einen Friedensplan durch, der eine Machtteilung zwischen Gbagbos FPI und den Forces Nouvelles der Rebellen vorsah. Der Krieg wurde somit für beendet erklärt.
Anfang November 2004 eskalierte die Situation erneut, als am 4. November Regierungstruppen Ziele im Norden des Landes aus der Luft angriffen. Gleichzeitig wurden in Abidjan Büros von Oppositionsparteien und unabhängigen Zeitungen verwüstet. Am dritten Tag der Luftangriffe kamen neun französische Soldaten ums Leben. Als Reaktion darauf wurde von den französischen Streitkräften die gesamte Luftwaffe (zwei Kampfflugzeuge, fünf Kampfhubschrauber) Côte d’Ivoires binnen eines Tages vernichtet. Letzteres wurde von der UNO nachträglich für gerechtfertigt erklärt.
Dem südlichen Landesteil unter Gbagbo wiederum wird vorgeworfen, die Teilung der Macht eigentlich nicht gewollt zu haben. Gbagbo destabilisiere die Lage seit längerem unter anderem mit Aufrufen zu Hass und Gewalt über TV und Radio. Bis 15. November wurden rund 6000 Ausländer via Luftbrücke evakuiert.
Unter südafrikanischer Vermittlung einigten sich Armee und Rebellen am 9. Juli 2005 neuerlich auf ein Entwaffnungs- und Machtteilungsabkommen. Dieses sollte den Weg freimachen zu Präsidentschaftswahlen am 30. Oktober 2005. Der Bürgerkrieg wurde zum zweiten Mal für beendet erklärt.
Weder die Entwaffnung noch Wahlen wurden jedoch umgesetzt. Gründe dafür waren Unstimmigkeiten bei der Vorgehensweise zur Erfassung der Wähler und über das Ausstellen von Identitätspapieren. Die UNO beschloss eine Verlängerung der Amtszeit von Präsident Gbagbo um ein Jahr, und stellte ihm den parteilosen Charles Konan Banny als Premierminister an die Seite. Mitte Januar 2006 eskalierte die Situation erneut: Es kam in mehreren Orten zu gewalttätigen Demonstrationen mit Toten und Verletzten. Nach einem einschlägigen UN-Beschluss Anfang Februar 2006 wurden Konten von drei Gegnern des Friedensprozesses eingefroren. Die Sanktionen richten sich gegen Ble Goude und Eugene Djue, die als Anführer militanter Jugendgruppen und Anhänger von Staatspräsident Laurent Gbagbo gelten, sowie gegen Rebellenführer Fofie Kouakou. Die Audiences foraines genannte Registrierung von bisher papierlosen Bürgern im Hinblick auf die vereinbarten Wahlen kommt nur schleppend vorwärts. Die Opposition behauptet, sie würden von Mitgliedern der Regierungspartei hintertrieben und teilweise verhindert.
Am 4. März 2007 wurde, nach langwierigen Verhandlungen zwischen Präsident Gbagbo, Rebellenführer Soro und dem burkinischen Präsidenten Blaise Compaoré, ein neuer Friedensvertrag unterzeichnet. Dieser Vertrag sieht, im Unterschied zu den vorigen Abkommen, neben Machtteilung auch einen ständigen Konzertationsrahmen vor, in welchem neben Gbagbo, Soro und Compaoré auch Bédié und Ouattara vertreten sind. Soro wurde zum Premierminister der neu zu bildenden Regierung ernannt. Dieser Vertrag von Ouagadougou enthält detaillierte Vereinbarungen zur Ausgabe von Identitätspapieren, Aufstellen des Wählerverzeichnisses sowie die Schaffung einer nationalen Armee.
Wenige Wochen später wurde bereits mit dem Abbau der Pufferzone begonnen und es gab erste gemeinsame Patrouillen aus Soldaten und Rebellen.[30] Im Juli 2007 besuchte Präsident Gbagbo zum ersten Mal seit fünf Jahren den von den Rebellen gehaltenen Norden. Er nahm dort an einer offiziellen Friedenszeremonie teil, bei der in Anwesenheit zahlreicher afrikanischer Staatschefs Waffen verbrannt wurden.[31][32]
Wahlen sollen, nachdem das Mandat von Präsident Gbagbo bereits 2005 abgelaufen und durch die Vereinten Nationen mehrmals verlängert worden war, nun am 30. November 2008 stattfinden.
Nach seiner Unabhängigkeit hat die Elfenbeinküste ein präsidentielles Regierungssystem eingeführt.[33] Es existiert formelle Gewaltentrennung in die Exekutive, die Legislative und die Judikative. Dazu kommen Institutionen wie der Conseil économique et social und der Médiateur de la République.[34]
Die Exekutive fiel bis 1990 allein dem Staatspräsidenten zu. Seitdem sind die Kompetenzen auf den Präsidenten als Staatsoberhaupt und auf den Premierminister als Regierungschef verteilt.[35]
Der Staatspräsidenten wird in direkter, allgemeiner Wahl gewählt. Es werden zwei Durchgänge abgehalten, wobei ein Kandidat die einfache Mehrheit erreichen muss. Das Mandat dauert fünf Jahre und der Präsident kann einmal wiedergewählt werden.[34] Er ist der alleinige Chef der Exekutive; zu seinen Aufgaben gehört es, die nationale Unabhängigkeit zu bewahren, die Integrität des Territoriums aufrechtzuerhalten und internationale Abkommen und Verträge einzuhalten. Es ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte, wacht über die Einhaltung der Verfassung und über die Kontinuität des Staates. Er ist Chef der Verwaltung und ernennt zivile wie militärische Beamte. In Krisenzeiten erhält der Präsident Sondervollmachten. Im Fall des Todes, des Zurücktretens oder der Absetzung des Präsidenten übernimmt der Präsident der Nationalversammlung dieses Amt für eine Dauer bis zu 90 Tagen.[34]
Der Premierminister wird vom Staatspräsidenten ernannt und kann von ihm wieder entlassen werden.[34] Verfassungsgemäß hat der Premierminister keine eindeutig exekutive Funktion. Er vertritt jedoch den Staatspräsidenten, wenn er außerhalb des Landes ist. Der Premierminister muss nicht aus der parlamentarischen Mehrheit hervorgehen, und die Regierung, die dem Premierminister untersteht, wird vom Staatspräsidenten auf Vorschlag des Premierministers ernannt. Er leitet die Regierung und kann gewisse Autoritäten an die Minister delegieren.[34] Die aktuelle Regierung, die am 7. April 2007 angelobt wurde, besteht aus 32 Mitgliedern.[36] Der aktuelle Premierminister ist Guillaume Soro, der am 29. März 2007 ernannt wurde.[37]
Seit der letzten Präsidentschaftswahl vom 26. Oktober 2000, die von Laurent Gbagbo gewonnen wurde, hat es keine weiteren Wahlen gegeben. Die Präsidentschaft wird, gemäß verschiedener Abkommen und UN-Resolutionen, weiterhin von Gbagbo ausgeübt, während der Premierminister die Aktivitäten zur Krisenbewältigung, wie Wiedervereinigung des Landes und der Streitkräfte, Wählererfassung und Wahlvorbereitungen innehat.[38]
Die Elfenbeinküste verfügt über ein Einkammernparlament, die Nationalversammlung ( Assemblée nationale). Sie hat 225 Abgeordnete, ein Büro, mehrere technische Kommissionen und parlamentarische Gruppen. Die Abgeordneten werden in allgemeinen Wahlen direkt für eine Amtszeit von 5 Jahren gewählt.[34] In der Nationalversammlung wird über Gesetze und Steuern abgestimmt, weiteres hat sie verfassungsgemäß die Kontrolle über die Tätigkeiten der Exekutive.[34] Um die Unabhängigkeit der Nationalversammlung zu sichern, sind die Abgeordneten immun vor Strafverfolgung aufgrund der Ausübung ihrer Abgeordnetentätigkeit und auch für Strafverfolgung wegen Vergehen außerhalb ihrer Abgeordnetenfunktion muss es die Zustimmung des Parlaments geben.[34]
Die letzten Parlamentswahlen haben am 10. Dezember 2000[39] bzw. 14. Januar 2001[40] stattgefunden. Der momentane Parlamentsvorsitzende ist Mamadou Koulibaly.[41]
Neuwahlen haben seitdem aufgrund des Bürgerkrieges nie stattgefunden, was zum Auslaufen des Mandates des Parlaments und dessen faktische Handlungsunfähigkeit geführt hat.